Von Halloween-Witzen und Pizzasärgen

Posted Oktober 31, 2022

Englisch

Von allen Teammitgliedern von Klein Wolf Peters
Aus dem Englischen von Julia Harwardt

 

Zum anstehenden Halloween-Fest haben wir in unserem Team einmal nachgefragt, welche Bedeutung der Tag für uns hat. Wer feiert diesen Tag und vor allem wie? Lesen Sie hier, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Klein Wolf Peters zu verschiedenen Fragen rund um das Thema „Halloween“ geantwortet haben.

 

  1. Kristin, für Dich als Amerikanerin hat Halloween sicher schon immer eine besondere Bedeutung gehabt, oder?

Kristin: Als Kind gehörte Halloween für mich einfach zum Jahr dazu. In der Schule haben wir unser Klassenzimmer mit Kürbissen, Fledermäusen, schwarzen Katzen, Spinnen usw. aus Papier geschmückt, dann gab es vielleicht noch eine Halloweenparty, und wer wollte, konnte verkleidet zum Unterricht kommen.

Von der „Mischief Night“, bei der Jugendliche Türen mit Eiern bewerfen oder Büsche und Bäume mit Toilettenpapier einwickeln, habe ich als Kind zwar gehört, aber in meiner Nachbarschaft gab es das nicht, soweit ich mich erinnere.

Am 31. Oktober war es dann endlich soweit für „Süßes oder Saures“ oder eben „Trick-or-treating“: rein ins Kostüm, Plastikkürbis oder Kopfkissenbezug geschnappt, und los ging‘s. Anfangs ging ich mit meinen Eltern auf Streifzug durch die Nachbarschaft, später dann in der Gruppe mit anderen Kindern. Zurück zu Hause wurde dann der Kürbis bzw. Kissenbezug ausgeleert und die Beute bewundert. Meist waren das süße „Kleinigkeiten“ wie Hershey-Riegel, 3 Musketeers, Reese’s, Mounds, Twizzlers, Tootsie Pops, Swedish Fish oder Pixie Stix. Hin und wieder war auch mal eine Tüte Popcorn oder ein kleines Spielzeug dabei. Und natürlich wurde jedes Mal ausgiebig mit Freunden und Geschwistern getauscht und gefeilscht.

 

  1. Und was macht das restliche Team aus Deutschland, Österreich und dem Vereinigten Königreich an diesem Tag?

Maria: Halloween liegt mir ebenso fern wie andere Gruselbräuche. Ob heidnisch, abergläubisch oder religiös motiviert, ob zur Vertreibung böser Geister oder als Ventil zur Bewältigung des Schreckens der Vergänglichkeit – nichts davon spricht mich an. Aber es scheint ein verbreitetes menschliches Bedürfnis zu sein, sich gelegentlich verkleiden, ungestraft Streiche spielen und Nachbarn abzocken zu dürfen. Wer’s mag … meins ist es nicht – aber die Kürbissuppe esse ich gerne, allerdings lieber vom Hokkaido als vom Muskatkürbis.

Colin: In Schottland waren wir als Kinder nicht zum „Trick-or-Treating“, sondern „Guising“ unterwegs. Der Hauptunterschied besteht darin, dass unsere Laternen nicht aus Kürbissen, sondern Rüben geschnitzt waren. Wenn ich zu dieser Jahreszeit meine alte Heimatstadt besuche, erinnert mich alles – von den Lichtverhältnissen über den Nebel und die Gerüche bis hin zu den Farben der Bäume und Büsche – an Halloween in meiner Kindheit. Heute feiere ich Halloween nur noch, indem ich mit meinen Söhnen Laternen schnitze – aus Kürbissen, nicht Rüben.

Chrissie: Wir haben früher gar nicht Halloween gefeiert, das gab’s für mich immer nur in den USA. Dieses Jahr zeigt mein 4-jähriger Sohn aber zum ersten Mal Interesse an den riesigen Kürbissen, die es überall zu kaufen gibt, und da werde ich mich vielleicht ihm zuliebe fügen und mit ihm zusammen auch ein Kürbisgesicht schnitzen.

Solveig: Halloween findet leider keinen Einzug in meinen Kalender, weshalb zuverlässig nichts im Haus ist, was man verschenken könnte. Trotzdem wird man am Halloween-Abend natürlich alle halbe Stunde an die Haustür zitiert. Nervig. Teilweise sind die Kinder dabei nicht mal mehr verkleidet. Letztes Jahr ging ein Vater mit seinen Sprösslingen von Haus zu Haus und bestand vehement darauf, die Kleinen müssten doch irgendetwas bekommen. Meine Kinder sind zum Glück noch nicht im potenziellen Halloween-Alter, aber ich fürchte, das Thema wird früher oder später aufkommen. Gruselig.

Gerfried: Ich bin in Österreich aufgewachsen, wo diese Tradition keine Rolle spielte. Erst später, als ich in der Underground-Musikszene unterwegs war, wurde Halloween dank US-amerikanischer Punkbands wie The Misfits und AFI für mich ein Begriff.

Julia: Halloween war in meiner Kindheit noch unbekannt. Wir waren dafür an Fasching als „Maschgerle“ von Haus zu Haus unterwegs, also auch verkleidet, aber eher ungruselig. Auch heute ist mein persönlicher Zugang zu Halloween eher beschränkt. Durch die Kinder in meinem Freundeskreis lasse ich mich zumindest auf „Halloween-Partys“ ein, die im Prinzip aus Vampirzähnen, Kunstblut auf dem Teppich und zu viel Süßigkeiten (s. Frage 4) bestehen.

Richard: Halloween habe ich nie gefeiert. Aber zu einer guten Kürbissuppe sage ich nicht Nein.

Ronald: Als wir vor langer Zeit in der Stadt gelebt haben, konnten sich meine Kinder zum Entsetzen meines Vaters für Halloween begeistern. – O tempora, o mores! Denkt denn keiner mehr an den Reformationstag?! Im Alter von sieben, acht Jahren halt eher nicht. Da konnte ich nur mit den Achseln zucken, und dabei ist es in puncto Halloween für meinen Teil geblieben. Ich bin schon froh, wenn ich die Sternsinger als solche identifizieren kann.

 

  1. Was wäre ein passendes Gericht zu Halloween?

Gerfried: Da kommt mir auf Anhieb natürlich Kürbissuppe mit Kürbiskernöl in den Sinn.

Solveig: Ich habe einmal ein Kürbismenü gekocht, bei dem alle drei Gänge Kürbis enthielten: Als Vorspeise einen Salat mit gebratenen Kürbisecken im Sesammantel, zur Hauptspeise Kürbispüree als Beilage und für den Nachtisch eine Kürbistarte.

Colin: Zu den klassischen Halloween-Süßigkeiten zählte bei uns zu Hause „Tablet“, eine unglaublich süße, krümelige schottische Spezialität aus Zucker, Kondensmilch und Butter.

Chrissie: Ich habe dieses Jahr den Spaghetti-Kürbis entdeckt. Den halbiere ich und backe ihn dann mit der Schnittfläche nach unten (vorher mit etwas Olivenöl einreiben) 40 Minuten lang bei 180 Grad. Das Kürbisfleisch kann man anschließend mit einer Gabel herausschaben, was wie Spaghetti aussieht. Das mische ich dann mit gekochtem Spinat, Salz und Pfeffer, gebe die Mischung wieder in die Kürbisschale und überbacke das Ganze dann noch kurz mit Feta. Der Spinat dürfte bei manchen Kindern übrigens für reichlich Gruselfaktor sorgen.

Julia: Weniger ein Gericht als vielmehr Süßkram: Ich mag „Hirnis“, also Fruchtgummi in „Hirnform“ mit fruchtig-saurer Erdbeerfüllung. Oder auch Pizzasärge mit „blutiger“ Tomatenfüllung!

Richard: Wie wäre es mit einer Kürbissuppe mit knusprigem Brot und einem großzügigen Schuss besten Kärntner Kürbiskernöls? Ich hätte jetzt wirklich Lust auf Kürbissuppe …

 

  1. Hat jemand eine Gruselgeschichte parat?

Kristin: Wäre toll, eine am Lagerfeuer auswendig erzählen zu können, aber leider kann ich das nicht. Ich lese gerne Schauergeschichten aus der viktorianischen Epoche, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

Colin: Nicht wirklich eine Geschichte, aber in der Straße, in der ich aufgewachsen bin, gab es ein leerstehendes Haus, das wir Kinder als „Geisterhaus“ bezeichneten. Im Garten stand eine gespenstisch-weiße Statue – ähnlich der Venus von Milo –, von der gemunkelt wurde, sie würde sich bewegen. Auch heute noch, wo ich erwachsen bin und das Haus bewohnt und hübsch hergerichtet ist, läuft mir jedes Mal ein leichter Schauer über den Rücken, wenn ich daran vorbeigehe.

Solveig: Die Kürbistarte meines Kürbismenüs war leider nicht sonderlich gelungen und hat die Gäste so verschreckt, dass sie mittlerweile zum Running Gag mutiert ist.

Richard: Einmal war ich zu einem Abendessen eingeladen, bei dem uns die Kürbissuppe ausging – und zwar DEUTLICH, bevor sich alle zum dritten Mal nachschöpfen konnten! Eine traumatische Erfahrung.

 

  1. Welcher Gruselfilm darf an Halloween nicht fehlen?

Gerfried: Ich kenne keinen Film, kann aber AFIs EP All Hallow’s mit einer Coverversion von „Halloween“ von den Misfits empfehlen: „Brown-leafed vertigo / Where skeletal life is known /
I remember Halloween.“

Richard: Ich weiß, welchen Film ich NICHT an Halloween sehen will: ein Heimvideo mit einer leergeschöpften Kürbissuppen-Schüssel!

 

  1. Und zum Abschluss: Kennt jemand einen Halloween-Witz?

Kristin: Ich habe einen Klassiker!
Frage: Why did the skeleton stay home from the party?
Antwort: Because he had nobody to go with! („no body“)

Colin: Why did the ghost go into the bar? For the boos. („booze“: Alkohol)

Ronald: „Um nach einer Halloween-Party schneller wieder zuhause zu sein, nehmen zwei Freunde die Abkürzung über den Friedhof. Als sie gerade durch die Gräber stolzieren, hören sie unheimliche Geräusche: „Tack, tack, tack“ – immer wieder dasselbe Klopfen. Angsterfüllt entschließen sich die beiden dennoch, dem Geräusch zu folgen. Schließlich stoßen sie auf einen alten Mann, der die Inschrift eines Grabsteines mit Hammer und Meißel bearbeitet. Erleichtert fragen sie ihn: „Alter, wir kamen fast um vor Angst! Wir dachten schon, Sie wären ein Gespenst. Was machen Sie denn hier, nachts auf dem Friedhof?“ Sichtlich genervt antwortet der Alte: „Die haben doch tatsächlich meinen Namen falsch geschrieben!“

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